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Warum brauche ich ein geotechnisches Gutachten?

Auf dem Weg zum Eigenheim sollte jeder Schritt von einer fachkundigen Person geplant, gut durchdacht und
begleitet werden.

Dies geschieht auch in den meisten Fällen, doch leider wird dabei einer der wichtigsten 
Bestandteile des Projekts „Eigenheim“ sehr oft vergessen oder als unwichtig erachtet– „der Boden“.


Hier ist auf das Stichwort „Baugrundrisiko“ zu verweisen. Rechtlich gesehen ist der Baugrund ein 
Baustoff, welcher vom Bauherrn zur Verfügung gestellt wird, somit liegt die Tauglichkeit dieses Baustoffes
grundsätzlich auch beim Bauherrn. Mehrkosten, welche während der Bauphase aufgrund eines untauglichen 
Baugrundes entstehen, sind also grundsätzlich vom Bauherrn zu tragen. Zwar unterliegt der beauftragte Bauunternehmer einer
Warnpflicht falls untauglicher Baugrund angetroffen wird bzw. sollte darauf hinweisen, dass es eine eigene ÖNORM für Bodenuntersuchungen gibt, jedoch führt dies in der Praxis zu unangenehmen Rechtstreitigkeiten.

Wird ein schlechter Baugrund somit auch vom Bauunternehmer nicht rechtzeitig erkannt, sind die Konsequenzen
nicht nur Folgeschäden am Gebäude, sondern oft (und in letzter Zeit immer öfters) auch langwierige und kostenintensive rechtliche Folgen, wenn
es um die Schuldfrage geht.

Man darf nicht vergessen, dass die „guten“ Baugründe immer weniger werden. Grundstücke die man in der Vergangenheit bewusst gemieden hat (bspw. weil vor Jahrzehnten einmal eine Rutschung stattgefunden hat) werden auch heute, meist wegen der wunderschönen Lage, zum Verkauf angeboten.

Um Überraschungen während
der Bauphase oder sogar einen Schadensfall bestmöglich
zu vermeiden, ist zu einer Baugrunderkundung schon in der
 Planungsphase unbedingt zu raten.

Geotechnisches Gutachten | Baugrunderkundung

ÖNORM B 1997-2 in Österreich

Diesbezüglich gibt es in Österreich ja sogar eine eigene Norm die ÖNORM B 1997-2.

Um Schäden aufgrund von Setzungen oder Verformungen zu vermeiden, ist es unerlässlich zu wissen, worauf gegründet wird. Schäden, als Folge von schlechten Bodeneigenschaften, im Nachhinein zu beheben, ist nicht nur technisch schwierig, sondern auch eine überaus hohe finanzielle Belastung.

Mit einer Baugrunderkundung durch einen erfahrenen Geotechniker (Dipl.- Ing.) und ggf. diversen bodenmechanischen Laborversuchen ist es möglich, die mechanischen Eigenschaften sowie den Strukturaufbau des Bodenmateriales näher zu bestimmen und rechtzeitig vor dem Bau auf die gewonnen Erkenntnisse zu reagieren.

Auf Basis dieser Erkundungen kann im Zuge der Erstellung eines Geotechnischen Gutachtens das Gründungskonzept für das geplante Bauwerk optimal auf die vorherrschenden Verhältnisse abgestimmt werden, um das Risiko späterer Schäden minimieren zu können.
 Der Umfang bzw. welche Tätigkeiten vor Ort erbracht werden (Schurfgruben, Sondierungen, Bohrungen und Laborversuche), hängt von der künftigen Bebauung, der vorher eruierten Geologie, der Erfahrung des Büros in diesem Bereich/Ort sowie den öffentlich zugänglichen Informationen (Geogenes Risiko, Grundwasserverhältnisse, Hanglagen etc.) ab.

Die Anzahl, Art und Tiefe der Bodenaufschlüsse sollten stets gemäß den gültigen Normen erfolgen, um ausreichend Kenntnis über die Untergrundverhältnisse zu erhalten. Boden kann nicht als ein homogenes Medium betrachtet werden. Änderung der Mächtigkeit von Bodenschichten, das Auftreten anderer Bodenarten in Form von Linsen oder Schichten kann schon innerhalb weniger Meter passieren.

Diese Änderungen der Untergrundverhältnisse bringt auch eine Änderung der mechanischen Eigenschaften des Untergrundes mit sich. Eine der wichtigsten Regeln einer Gründung sieht vor, dass sichergestellt werden muss, dass auf Schichten gleicher Steifigkeit bzw. Lagerung gegründet wird, um ein gleichmäßiges Last-Setzungsverhalten erreichen zu können.

Nicht selten passiert es aber, dass die Gründung auf unterschiedlichen Böden mit verschiedenen mechanischen Eigenschaften erfolgt. Die dadurch entstehenden Setzungsdifferenzen führen dann sehr oft zu Schäden in Form von Rissen in Mauerwerk und/oder Fundament.

Ein Geotechnisches Gutachten bringt neben einer professionellen Beurteilung des Untergrundes auch den Vorteil, dass auch weitere Risiken im Zuge der Erstellung beurteilt werden. Unter anderem werden auch die Grundwasserverhältnisse, die Gefährdung durch Hangwasser oder Gefahrenzonen der WLV ermittelt. So können schon in der Planungsphase dem Bauherrn, der bauausführenden Firma Unterlagen/Empfehlungen zur Verfügung gestellt werden, worauf zu achten ist und wie man den speziellen Untergrundverhältnissen begegnen kann.

Des Weiteren kann ein Geotechnisches Gutachten schon vor Kauf eines Grundstückes eine Entscheidungshilfe und Basis für
 Preisverhandlungen sein. Oft kann der Erwerb eines Baugrundes ohne Wissen über die vorherrschenden Untergrundverhältnissen zu überraschenden Mehrkosten aufgrund notwendiger Bodenverbesserungen oder erforderlicher Tiefgründung führen.

Unter Betrachtung der generellen Baukosten für Einfamilienhäuser stehen die Kosten für ein Geotechnisches Bodengutachten nur mit wenigen Prozent dagegen. Daher ist es wirtschaftlich und klug, ein Geotechnisches Bodengutachten erstellen zu lassen. Man erhält die Absicherung eines erfahrenen Grundbauingenieurs, wie der Boden beschaffen und aufgebaut ist sowie eine Empfehlung zur sichersten und wirtschaftlichsten Gründung.


Ingenieur Geotechnik Linz Wien Salzburg

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