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Das ewige Thema Baugrundrisiko

Ich hatte kürzlich als Geotechnischer Sachverständiger bei einem Projekt zu tun, wo es zu einem Einbruch einer genagelten Baugrubenwand kam und nun die in der heutigen Zeit immer gestellte Frage zu beantworten war, wer hier den nun schuld sei.

Mir wurden somit die vorhandenen Bodenuntersuchungen, die statischen Berechnungen, Pläne etc. übergeben. Der Gipfel bei diesem Projekt war bei mir erreicht, als der Bauherrnvertreter dem Fachplaner und Ausschreibenden offiziell den Vorwurf gemacht hat, er hätte doch das Baugrundrisiko der Baufirma überbinden müssen. Mit solchen unsinnigen Themen muss man sich heute nach wie vor beschäftigen.

Eine sehr schöne Definition was unter dem Baugrundrisiko tatsächlich zu verstehen ist, liefert die Deutsche DIN 4020. Dort wird das Baugrundrisiko folgendermaßen definiert "Ein in der Natur der Sache liegendes unvermeidbares Restrisiko, dass bei Inanspruchnahme des Baugrundes zu unvorhersehbaren Wirkungen bzw. Erschwernissen z.B. Bauschäden oder Bauverzögerungen führen kann, obwohl derjenige der den Baugrund zur Verfügung stellt, seiner Verpflichtung zur Untersuchung und Beschreibung der Baugrund- und Grundwasserverhältnisse nach den Regeln der Technik zuvor vollständig nachgekommen ist und obwohl der Bauausführende seiner eigenen Prüfungs- und Hinweispflicht genüge getan hat."

Artikel aus der Bauzeitung zum Thema Baugrundrisiko

Anbei möchte ich Ihnen gerne den betreffenden Artikel aus der Österreichischen Bauzeitung übermitteln. Da selbst für den OGH scheinbar keine eindeutige Meinung zur Formulierung des Baugrundrisikos besteht. Meine persönliche Ansicht zu diesem Thema, ist jene, dass seit vielen Jahren ÖNORMEN bestehen (Bsp. B1997-2), die für die jeweiligen Ingenieurbauwerke Vorgaben definiert, wie und in welchem Ausmaß der Baugrund zu erkunden ist.

Als Fachplaner bzw. technischer Berater besteht aus meiner Sicht jedenfalls die Notwendigkeit dem Bauherrn über den Inhalt dieser ÖNORM zu informieren (was Kampfmittel und Chemische Belastung betrifft, wird dies ja ohnehin bereits geschehen). Ansonsten besteht nach meiner Auffassung hier eine entsprechende Haftungsgefahr wegen unterlassener Hinweispflicht.

Nachfolgend finden Sie den Artikel aus der Österreichischen Bauzeitung zum Thema Baugrundrisiko und können ihn hier exklusiv nachlesen. Im Artikel werden das Zivilrecht und das Vergaberecht gegenübergestellt & geben einen Einblick in den rechtlichen Status Quo zum Thema Baugrundrisiko.

Der Artikel stammt aus der Österreichischen Bauzeitung 15-16/18, Autor: Mag. Thomas Kurz, Heid Schiefer Rechtsanwälte.

Artikel aus der Bauzeitung herunterladen & nachlesen

Artikel in der Bauzeitung: Baugrundrisiko: Unterschiede zwischen Vergabe- & Zivilrecht