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Geotechnisches Fachlexikon

Sammlung

A

ANKER
Bei Baugrubensicherungen, die eine Höhe von rund mehr als 3,5 m erreichen, wird die Anordnung einer Steife oder eben eines Ankers erforderlich. Sowohl Pfahlwände, Spundwände, Schlitzwände aber auch Stützmauern werden mit Ankern gesichert. Je nach der geforderten Dauer des Einsatzes unterscheidet man Kurzzeit- und Daueranker. Für eine grobe Vorbemessung von Verpressankern können sowohl für bindige als auch nicht bindige Böden die Tafeln von OSTERMAYR herangezogen werden.

ATTERBERG
Albert Mauritz Atterberg († 4. April 1916) war ein schwedischer  Bodenmechaniker.

Atterberg  führte 1911 die Konsistenzgrenzen von Böden (Schrumpfgrenze, Ausrollgrenze und Fließgrenze) ein. Sie sind nach ihm als "Atterberg-Grenzen" oder "Zustandsgrenzen nach Atterberg" bekannt. Von  Arthur Casagrande wurden die Konsistenzgrenzen bzw. die Zustandsformen weiterentwickelt.

Atterberg war, wie auch bspw. Casagrande und Fellenius, Anfangs des 20. Jahrhunderts, Mitglied des schwedischen Komitees für Geotechnik.

B

BAUGRUBENSICHERUNG
Das wahrscheinlich wichtigste Merkmal einer Sicherung einer Baugrube (wenn die Ausbildung einer freien Böschung nicht möglich ist) liegt in ihrem Bewegungs- und Verformungsverhalten. Man unterscheidet demnach weiche und nicht weiche Systeme. Bei den verschiedenen Verfahren zur Baugrubensicherung gilt es stets die rechnerisch bestimmten Verformungen auf ihre Zulässigkeit zu überprüfen. Eine Kopfverschiebung einer Spundwand von 10 cm wird für ein nahestehendes Gebäude oder eine angrenzende Straße evt. schon zu viel sein. Im Zweifelsfalle sollte man hier auf numerische Verfahren zurückgreifen (bspw. Finite-Element-Methode - FEM).

BAUGRUBENVERBAU

Die gebräuchlichsten Verfahren zur Sicherung einer Baugrube sind derzeit in Österreich:

  • Spundwände
  • Nagelwände (Bodenvernagelung - bewehrte Spritzbetonschale mit Bodennägeln)
  • Bohrpfahlwände
  • DSV - Wände (Düsenstrahlverfahren)
  • Schlitzwände

BAUGRUNDVERBESSERUNG
Verfahren zur Baugrundverbesserung (Reduktion der Setzungen, keine Pfahlgründung) sind vorwiegend die Rütteldruckverdichtung, die Rüttelstopfverdichtung, vermörtelte Stopfsäulen (bzw. Betonstopfsäulen) oder auch das Mixed in Place Verfahren (MIP).

BODENMECHANIK
Bodenmechanik ist die Lehre von den physikalischen Eigenschaften des Dreiphasensystems Boden und seines Verhaltens als Baugrund. Sie untersucht die Bewegungen und Kräfte in Lockergesteinen bzw. Böden (kein Fels), insbesondere die Vorgänge bei Bauwerken im Boden (Grundbau) und aus Boden (Erdbau). Sie beschäftigt sich auch damit, wie die Kräfte aus der Statik eines Bau- bzw. Tragwerks in den Untergrund abgeleitet werden.Der erste Wissenschaftler der sich bewusst mit der Bodenmechanik beschäftigte, war vermutlich Charles Augustin de Coulomb (1773). Seine Definition für das Schergesetz hat bis heute Bestand.Als Urvater der Bodenmechanik ist jedoch Karl Ritter von Terzaghi zu nennen.

BOUSSINESQ
Boussinesq (1842 – 1929) definierte die Theorie über die Verteilung der Spannungen und Verformungen, unter einer an der Oberfläche wirkenden Last, in einem homogenen, elastisch isotropen Halbraum (Literatur: Über die Druckverteilung im Baugrunde)

C

CASAGRANDE
Arthur Casagrande († 6. September 1981) war ein österreichischer Bodenmechaniker.

Casagrande war ebenfalls ein Pionier in der Bodenmechanik. Bspw. mit Definition einer Bodenklassifikation, dem Fließgrenzengerät und umfangreicher weiterer Forschung. Die sogenannte "A" Linie im Plastitzitätsdiagramm stammt vermutlich aus seinem Vornamen. Andere Theorien gehen davon aus, dass das A für Atterberg steht.

COULOMB
Charles Augustin de Coulomb (1736 – 1806) war ein französischer Physiker. Er entwickelte die klassische Erddrucktheorie und stellte die Bruchhypothesen auf. Zudem begründete er die Elektro- und die Magnetostatik. Die SI-Einheit für die elektrische Ladung ist nach ihm benannt.

D

DARCY
Henry Darcy (1858) definierte die lineare Gesetzmäßigkeit für die Durchlässigkeit von Böden (Gesetz von Darcy).

DIFFERENTIALGLEICHUNG
Eine Differentialgleichung ist eine mathematische Gleichung für eine gesuchte Funktion y(x), die von einer oder mehreren Variablen x abhängt und in welcher Ableitungen (dy/dx) der Funktion enthalten sind. Die Differentialgleichung drückt mithin eine Abhängigkeit zwischen den Variablen x, der Funktion y und Ableitungen dieser Funktion aus. Viele Mechanismen der Bodenmechanik und des Grundbaus können mittels Differentialgleichungen formuliert werden (Strömung, Verschiebung, etc.). Eine Differentialgleichung beschreibt das Änderungsverhalten von definierten Größen zueinander.

DC - SOFTWARE GMBH
Hersteller und Anbieter einer Software für die gesamte Bodenmechanik und den Grundbau. Der Name DC steht für die Geschäftsführer Herrn Dr. Doster und Herrn DI Christmann.

DICHTWAND
Sie dient zur Abdichtung von Staubecken, Hochwasserschutzbauwerken oder auch zur Umschließung von Altlasten. Gebohrte, gegreiferte oder gefräste Dichtwände verhindern die Zerstörung von Dammbauwerken (Durchströmung des Dammbauwerks).

DÜSENSTRAHLVERFAHREN
Verfahren zur Unterfangung von Bauwerken, als Baugrubensicherung oder auch als konventionelle Pfahlgründung.

Hierbei entsteht ein Zement/Boden Gemisch-Körper im Erdreich. Der anstehende Boden wird unter Hochdruck mit einer zementhaltigen Bindemittelsuspension vermischt.

Zur Herstellung eines DSV-Körpers wird zunächst eine Injektionslanze in den Boden eingebohrt. Hierfür wird ein spülungsunterstütztes Verfahren verwendet. Nach Erreichen der erforderlichen Tiefe wird an der Spitze der Lanze eine mineralische Bindemittelsuspension unter hohem Druck ins Erdreich injiziert (Drücke bis 400 - 600 bar, Austrittsgeschwindigkeit > 100 m/s). Der scharfe Strahl schneidet das anstehende Bodenmaterial auf. Dabei wird der Boden erodiert und mit der Bindemittelsuspension vermischt, die sodann mit dem natürlichen Boden als Zuschlagstoff einen betonartigen Körper bildet.

Je nach angewandtem Verfahren wird die Suspension über eine einzige Düse injiziert (Simplex-Verfahren), ein mit Druckluft ummantelter Bindemittelstrahl verwendet (Duplex-Verfahren) oder es wird der Boden mit einem mit Druckluft ummantelten Wasserstrahl aufgeschnitten und in den auf diese Art vorerodierten Boden daraufhin das Bindemittel mit geringem Druck injiziert (Triplex-Verfahren). Vorteilhaft bei letzterem Verfahren ist der geringerer Einbringdruck des Bindemittels und die damit geringere Abnutzung des Gerätes (besonders des Düsenkopfes).

Nach Start der Injektage wird die Lanze unter ständigem Drehen langsam gezogen. Der Boden wird dadurch spiralförmig aufgeschnitten und es entsteht ein zylindrischer Betonkörper.

Abhängig von der Bodenbeschaffenheit und dem verwendeten Gerät sind Säulendurchmesser von 3 m möglich (in Japan liegen Aufzeichnungen von Durchmessern von bis zu 6 m vor). DSV-Säulen können sowohl vertikal, als auch geneigt oder horizontal hergestellt werden. Durch Aneinanderreihen lassen sich stehende oder liegende Scheiben und Wände ebenso wie dreidimensionale Körper herstellen.

Die erreichbare Qualität der Betonkörper ist wesentlich abhängig von der Kornverteilung des Bodens. Je feinkörniger das Bodenmaterial ist (Schluff oder Ton), desto schwieriger ist es hohe Qualitäten zu erzielen.

E

EUROCODE 7
Der EUROCODE 7 behandelt die geotechnischen Aspekte und Anforderungen an die Festigkeit, Standsicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit von Bauwerken. Im nationalen Anwendungsdokument ÖNORM B 1997-1-1 finden sich Angaben, nach denen sämtliche Fälle des Grundbaus berechnet werden können.

Die Anwendung des EUROCODE 7 ist in Verbindung mit EN 1990 vorgesehen.

Die bei der Planung von Hoch- und Ingenieurbauwerken anzusetzenden Zahlenwerte für die Einwirkungen gibt die EN 1991 an. Aus dem Baugrund herrührende Einwirkungen, wie Erddrücke, müssen nach den in EN 1997-1 genannten Regeln ermittelt werden. Explizite Normenwerke in der Reihe ÖNORM B 1997-1-x zu den Themen Stützbauwerke, Erddruck, Grundbruch, Pfähle, Setzung, etc. befinden sich derzeit in Bearbeitung.

In EN 1997-2 werden die Anforderungen an die Durchführung und Auswertung von Feld- und Laborversuchen angegeben.

F

FELLENIUS (1922)
Entwicklung von Versuchstechniken zur Bestimmung von Bodenkennwerten und von Verfahren für Stabilitätsuntersuchungen von Böschungen (heute nach wie vor angewandt: das FELLENIUS Verfahren)

FINITE ELEMENTE METHODE
Mit der Methode der Finiten Elemente können Probleme aus verschiedenen statischen Disziplinen berechnet werden. Es handelt sich dabei um ein numerisches Verfahren zur Lösung von Differentialgleichungen. Zunächst wird das Berechnungsgebiet in eine beliebig große Anzahl von Elementen unterteilt. Diese Elemente sind „endlich" (finit) und nicht "unendlich" (infinit) klein. Das Aufteilen des Gebiets in eine bestimmte Anzahl von Elementen mit finiter Größe, die sich mit einer endlichen Zahl von Parametern beschreiben lassen, gab der Methode den Namen „Finite-Elemente-Methode". Gerade bei komplexen Baugruben und bei der Berechnung von Dämmen im Hochwasserschutz, ist die Anwendung von FEM mittlerweile selbstverständlich geworden.

FRANKIPFAHL 
Bereits im Jahr 1908 erfand der belgische Ingenieur Edgard Frankignoul den Ortbetonrammpfahl mit Fußausbildung. Der Frankipfahl ist ein aus bewehrtem Ortbeton bestehendes Gründungselement mit Pfahlfuß aus gestampftem Ortbeton.

Einsatz
Der Pfahl kann in einem breiten Spektrum von Baugrundverhältnissen als Tiefgründungselement für Bauwerke aller Art eingesetzt werden. Besondere Vorteile bietet er dort, wo hohe Lasten abgetragen werden sollen oder der gut tragfähige Baugrund erst in großen Tiefen ansteht. Das Pfahlsystem verfügt über eine Vielzahl von Ausführungsvarianten, so dass es individuell den verschiedensten Baugrundverhältnissen und Baustellensituationen angepasst werden kann.

Es können sowohl Lotpfähle als auch Schrägpfähle bis 4:1 geneigt ausgeführt werden, dazu ist der Pfahl aufgrund seiner Fußaufweitung auch für die Aufnahme von Zuglasten geeignet.

Herstellung
Es handelt sich um einen Ortbetonrammpfahl mit wiedergewonnenem Vortreibrohr. Dieses wird unten mit einem Pfropfen aus trockenem Beton- oder Kiessand wasserdicht verschlossen. Ein im Rohr arbeitender Freifallbär schlägt auf diesen Pfropfen und rammt dadurch das Rohr solange in den Boden bis tragfähiger Baugrund erreicht wird. Die dabei geleistete Rammarbeit (Anzahl Schläge/m) ist ein Maß für die Tragfähigkeit des Bodens am jeweiligen Pfahlstandort. Nach Erreichen der Solltiefe bzw. der Rammkriterien werden der Pfropfen gelöst und die erforderliche Fußbetonmenge ausgestampft. Anschließend wird ein Bewehrungskorb aus Betonstahl eingestellt, Beton eingefüllt und das Vortreibrohr wieder gezogen.

Sollte der anstehende Boden in der vorgesehenen Absetztiefe keine ausreichende Tragfähigkeit besitzen, kann vor Herstellung des Pfahlfußes eine Bodenverbesserung mittels Kiesvorverdichtung ausgeführt werden. Hierbei wird der Boden in einem entsprechenden Bereich unterhalb und oberhalb der Pfahlabsetztiefe durch Ausstampfen von Kies verbessert. Übliche Gebrauchslasten je Pfahl sind in Abhängigkeit vom Pfahldurchmesser und Boden 1500–6000 kN. Übliche Pfahlschaftdurchmesser sind 42–71 cm. Die Bemessung und die Herstellung erfolgt nach DIN 1054 und DIN EN 12699.

Umweltverträglichkeit

Die Innenrammung reduziert Emissionen. Bei geeigneten Randbedingungen sind Gründungen mit diesem Pfahlsystem auch in der Nähe bestehender Bauwerke möglich. Durch die volle Bodenverdrängung entfällt eine Förderung von Bodenmaterial, Auflockerungen im Boden sind daher ausgeschlossen. Das Pfahlsystem eignet sich auch für Bauvorhaben an kontaminierten Standorten.

G

GRUNDBRUCH
Dieser tritt ein, wenn man einen Gründungskörper derart stark belastet, dass sich in dem darunter liegenden Lockergestein Gleitbereiche entwickeln, in welchen der Scherwiderstand des Bodens (Scherfestigkeit) überwunden wird. Oberflächlich wird der mechanische Grundbruch durch die Ausbildung einzelner Bruchschollen erkennbar. In der Regel ist jedoch der Nachweis der Gebrauchstauglichkeit (Setzungen) entscheidend.

H

HYBRIDGRÜNDUNGSSYSTEM TERRA-MIX:
Ist die Kombination von Bodenstabilisierung und Impulsverdichtung. Durch das Stabilisieren mit Kalk oder Zement von ein oder mehreren Schichten vor und /oder nach der lmpulsverdichtung, können auch schwierige Baugründe wirtschaftlich und ressourcenschonend verbessert werden.

I

IMPULSVERDICHTUNG
Bei der lmpulsverdichtung handelt es sich um eine neue Methode der dynamischen Bodenverdichtung, die durch die Fa. TERRA-MIX exklusiv in Kontinentaleuropa angeboten wird. Der lmpulsverdichter ist ein dynamisches Verdichtungsgerät, welches die Technologie des hydraulischen Schlaghammers ausnutzt, um die Untergrundeigenschaften von Böden, die keine ausreichende Tragfähigkeit aufweisen oder bei Belastung unzulässig große Setzungen erfahren, mittels kontrollierter Schläge zu verdichten und zu verbessern. Dabei wird die Verdichtungsenergie bzw. Verdichtungsleistung durch die große Schlagfrequenz eines leichteren Fallgewichtes, von einer relativ geringen Höhe, auf eine Verdichtungsplatte erzeugt. Diese Platte verbleibt in ständigem Kontakt mit dem Untergrund, weshalb eine sichere und effiziente Energieeintragung gewährleistet ist. Mit dieser Methode können, je nach Bodenart, eine mitteltiefe Verdichtung bis zu 7 m in effektiver und wirtschaftlicher Weise erzielt werden. In einzelnen Fällen konnte auch eine Tiefenwirkung über 9 m nachgewiesen werden! Durch die Datenaufzeichnung und via Online-Monitoring wird eine arbeitsintegrierte Qualitätskontrolle als auch der Nachweis der Verdichtungsleistung möglich. Die lmpulsverdichtung schließt somit die Lücke zwischen oberflächennaher Verdichtung (Walzen) und Tiefenverdichtung (Rütteldruck- bzw. Rüttelstopfverdichtung, Dynamische lntensivverdichtung)

K

KELLER GRUNDBAU GMBH
Die Keller Grundbau Ges.mbH ist ein Unternehmen der in London börsennotierten Keller Group plc mit dem Geschäftsschwerpunkt Spezialtiefbau. Das 1860 mit einer eigenen Maschinenfabrik  in Deutschland gegründete Unternehmen, ist seit über vierzig Jahren von zahlreichen Regionalbüros aus, in Österreich und den Nachbarstaaten tätig. Speziell den grundbautechnischen Anforderungen angepasste Geräte und Methoden, haben das Unternehmen zum weltweit größten Partner der Industrie für alle Fragen des Grundbaus gemacht. Unabhängig von der Projektgröße wird den Kunden das vorhandene Know-how mit dem Ziel einer wirtschaftlichen Optimierung zur Verfügung gestellt.Von der Zentrale in Wien werden die Konzernfirmen in Süd- und Osteuropa koordiniert. ("KELLER SOUTH- and EAST-EUROPE") 

KONSOLIDIERUNGSTHEORIE
Um Aussagen über das Zeitsetzungsverhalten zu tätigen, empfiehlt sich nachfolgende Vorgehensweise: Noch am genauesten lassen sich Aussagen über den Abbau von Porenwasserüberdrücken und den zeitlichen Verlauf von Setzungen nach der Konsolidierungstheorie von Prof. Terzaghi erstellen. TERZAGHI stellte in seiner Zeit, als Professor für Bodenmechanik an der Harvard University Cambridge, Differentialgleichungen für den Konsolidierungsvorgang auf, welche nachfolgend in leicht verständlichen Darstellungen erläutert werden:Um festzustellen, welcher Anteil der Gesamtsetzung sich zu bestimmten Zeitpunkten bereits abgebaut hat, kann folgenderweise vorgegangen werden.Folgende Parameter werden hierbei benötigt:

  • dimensionslose Konsolidationszeit:    Tv = t . cv/D² [-]
  • Konsolidationsbeiwert:    cv =  (k * Es) / gamma, w [m²/s]
  • Verfestigungsgrad:    U = s(t) / s(∞) [-]
  • Konsolidierungsgrad:    Uz = 1 – du(t)/du (0) [-]

M

MOHR
Mohr (1835 – 1918) entwickelte ein graphisches Verfahren zur Darstellung der Spannungen (Spannungszustände) und Dehnungen in beliebigen Punkten eines Körpers (Bekannt: Mohr´scher Spannungskreis).

MÜLLER - BRESLAU
Müller-Breslau (1906) ist an Hand von Großversuchen über Erddruck auf Stützwänden mittels Modellen bekannt geworden.

P

PILE - HAY-PROOF-SYSTEM
Ist ein statisches Prüfverfahren, bei dem es möglich ist, die Mantelreibung und den Spitzendruck an schlanken Pfählen mittels statischer Probebelastung getrennt voneinander zu ermitteln. Die Bezeichnung HAY im genannten Systemnamen stammt vom Namen des Projektentwicklers Herrn DI Martin Hayden, GPS.

PFÄHLE
Bei schlecht tragfähigem Baugrund bzw. wenn tragfähiger Boden erst in tieferen Schichten vorliegt, werden die Bauwerkslasten über Pfahlsysteme (Tiefgründungen) in tiefere Horizonte abgeleitet.  Entsprechend der vorgesehenen Nutzung variiert man: Material, Länge, Durchmesser, Ausbildung und Anordnung der Pfähle.In Österreich häufig in Gebrauch:

  • Duktiler Rammpfahl (Typ 118 und 170 mm)
  • Kleinbohrpfahl verpresst (GEWI, Ischebeck, IBO, MAI)
  • Bohrpfahl bzw. Großbohrpfahl aus Stahlbeton
  • Schneckenortbetonpfahl (SOB)

R

PREGL OTTO
Prof. Pregl war ein bedeutender Professor für Geotechnik an der Universität für Bodenkultur Wien, der maßgebend an der Erstellung der Normen in Österreich und Deutschland für den Grundbau beteiligt war.

RANKINE
Rankine (1820 – 1872) ist bekannt durch die Rankine´sche Erddrucktheorie.

RESTSCHERFESTIGKEIT
Häufig wird die Scherfestigkeit von tondominierten Böden deutlich überschätzt. Mit den herkömmlichen Methoden der visuellen und manuellen Bestimmungsmöglichkeiten, lässt sich keinesfalls eine eindeutige Aussage, über die Gefahr einer progressiven Bruchbildung tätigen.

In vereinzelten Untersuchungen wurde schon früh erkannt, dass neben der maximalen Bruchfestigkeit auch die Größe des Scherwiderstandes, nach dem eigentlichen Bruch, von großer praktischer Bedeutung sein kann.
Im Allgemeinen wurde die Bedeutung dieser Erkenntnis lange Zeit zu wenig beachtet und entsprechend wurde in theoretischen und experimentellen Arbeiten dieser Aspekt der Scherfestigkeit ungenügend untersucht. Zum Teil ist dies dadurch erklärbar, dass  die Bruchfestigkeit an und für sich schon recht komplexe Zusammenhänge beinhaltet.

Es ist ein Verdienst Skemptons, mit seiner 4. Rankine Lecture auf das Thema der Restscherfestigkeit eingegangen zu sein. Sein Vortrag enthielt nicht nur eine klare Darstellung des damaligen Wissens über die Scherfestigkeit von bindigen, (vor allem überkonsolidierten Böden nach dem Bruch), sondern war auch Anlass für ein erneutes Interesse an diesem Gebiet.

Rückwärtsrechnungen der Instabilitäten von Rutschhängen ergaben zum Teil Scherfestigkeitswerte, die außerhalb des Rahmens, der mit den üblichen Labormethoden ermittelten Werte, lagen.

Es mussten daher Methoden angewandt werden, mit denen die Bestimmung der Scherfestigkeit bei großem Scherweg und sehr kleinen Schergeschwindigkeiten möglich war.

Unter diesen Voraussetzungen konnten im Labor Werte ermittelt werden, die mit den Beobachtungen im Feld zum Teil gut übereinstimmten.

In den folgenden Jahren wurde der Begriff der Restscherfestigkeit verschiedentlich in ähnlichem Sinne gebraucht. Eine umfassende und grundlegende Darstellung des Problems der Restscherfestigkeit brachte jedoch erst das Jahr 1964 mit der Rankine Lecture von Skempton. Dabei verwendete Skempton den Terminus "peak strength" für die maximale Scherfestigkeit, von welcher dann ein Abfall erfolgt auf einen im weiteren konstant bleibenden Wert der "residual strength" oder Restscherfestigkeit. Skempton verwendete die beiden Begriffe für normale wie für überkonsolidierte Tone.

S

SCHLITZWAND
Sie hat eine statische und bzw. oder abdichtende Funktion und kann als Dichtwand für Dammbauwerke oder Baugrube oder aber auch als Baugrubenumschließung/Gründung eines Bauwerks dienen. Schlitzwände werden als Stahlbetonwände von der Geländeoberfläche aus hergestellt. Sie gelten als verformungsarm und nahezu wasserundurchlässig. Der Aushub zur Herstellung erfolgt in einzelnen Abschnitten durch einen Seilbagger mit Greifer oder durch Fräsen unter gleichzeitigem Einsatz einer Stützflüssigkeit. Nach dem Erreichen der Endtiefe werden Fugensysteme eingestellt, die Stützflüssigkeit entsandet und der Bewehrungskorb eingestellt. Im Anschluss wird betoniert.

SCHNITTKRÄFTE
Die Schnittkräfte in der Statik zeigen das Wirken von Kräften und Momenten innerhalb eines Bauteiles (innere Kräfte). Das sind die Kräfte und Momente, die das Bauteil den äußeren Einwirkungen gegenüber entgegenbringen muss, um nicht zu versagen. Schnittgrößen sind somit die Kräfte, die erst bei einem sogenannten "Schnitt" sichtbar werden. Bezeichnet werden diese als: Querkraft, Normalkraft, Moment (je Schnittufer).

SICHERHEITEN
Die tatsächlichen Einwirkungen auf ein Tragwerk stellen komplexe Vorgänge dar. Im Rahmen eines Tragwerksentwurfs und der dazugehörigen statischen Berechnung, werden die realen Einwirkungen vereinfacht angenommen, da hier eine Vereinfachung durchgeführt werden muss. Ebenso sind die Festigkeiten der Baustoffe (z.B. Zug-, Druck-, Biegung) bzw. des Bodens (Wichte, Reibung, Kohäsion) nicht mit absoluter Sicherheit einschätzbar. Um die Ungenauigkeiten bei den Lastannahmen und die Streuung der Materialqualität zu berücksichtigen werden Sicherheitsbeiwerte verwendet. Mit diesen Beiwerten können die Einwirkungen erhöht werden und die Materialfestigkeiten (Widerstände) abgemindert werden.

Früher wurde mit einem globalen Sicherheitskonzept gerechnet: Dies hat bedeutet, man berechnet sich die mögliche Tragfähigkeit (z.B. die Grundbruchslast) und dividiert diese mit einem globalen Sicherheitsbeiwert, um eine zulässige Belastung definieren zu können. Beim semiprobabilistischen Teilsicherheitskonzept, gemäß Eurocode, werden die Einwirkungen je nach Streuung mit unterschiedlichen Teilsicherheitsbeiwerten multipliziert (erhöht) und die Widerstände, je nach Gefahr einer Streuung (die Kohäsion variiert zum Beispiel stärker als der Reibungswinkel), dividiert (reduziert).

SOILFRAC
Bei diesem Verfahren der Firma KELLER  werden im Boden Fließwege (Fracs) geöffnet, in die das Injektionsgut eindringt und erhärtet. Durch Wiederholung der Injektionsschritte wird der Boden in seiner seitlichen Ausdehnung behindert, wodurch gezielt Hebungen eingeleitet werden können.

SWIENET
Als Alternative zur vernagelten Spritzbetonschale wird von der Swietelsky Spezialtiefbau ein vernageltes Hochleistungsgitter angeboten. Als Ersatz zur bewehrten Spritzbetonschale bildet ein verzinktes Gitter mit einer vollflächig verlegten Erosionsschutzmatte die Oberfläche.

T

TERZAGHI
Karl von Terzaghi (Karl Anton Terzaghi Edler von Pontenuovo) († 25. Oktober 1963) gilt als der Vater der modernen, wissenschaftlichen Bodenmechanik.

TIEFENRÜTTELVERFAHREN
Die Fa. Keller entwickelte den Tiefenrüttler (Patent 1934), der zunächst nur zur Verdichtung von Sand und Kies, also von grobkörnigen Böden, eingesetzt wurde.

Tiefenrüttler werden heutzutage für drei Verfahren eingesetzt, die sich hinsichtlich der Wirkungsweise und der Lastabtragung unterscheiden. Das Gründungskonzept wird deshalb von Keller oft in enger Zusammenarbeit mit dem  Baugrundgutachter und dem Statiker entwickelt.

Mit dem Rütteldruckverfahren werden grobkörnige Böden in sich selbst verdichtet.

Beim Rüttelstopfverfahren werden in gemischt- und feinkörnigen, nicht verdichtbaren Böden lastabtragende Säulen aus Kies oder Schotter eingebaut.

Mit Betonrüttel-/Betonstopfsäulen werden pfahlartige Elemente hergestellt, über die verhältnismäßig hohe Lasten abgetragen werden können.

W

WGL - ANKER
Der wiedergewinnbare Litzenanker (WGL) ist ein, von Keller entwickeltes und hergestelltes, Ankersystem, das die volle Leistungsfähigkeit herkömmlicher Anker mit dem Vorteil der Wiederausbaubarkeit verbindet. Der WGL wurde speziell zur Vereinfachung temporärer Ankerungen in engen, tiefen Baugruben und bei Böschungssicherungen entwickelt, um die Nachbarschaftsrechte in den umliegenden Bereichen nicht zu verletzen bzw. nur temporär zu beeinträchtigen.

Z

ZULÄSSIGE BODENPRESSUNG
Sie ist jene Sohldruckspannung für einen Gründungskörper, bei welchem eine ausreichende Sicherheit gegen Mechanischen Grundbruch besteht, sowie eine entsprechende Begrenzung der auftretenden Setzungen. Somit kann niemand vorweg eine zulässige Bodenpressung für einen Baugrund definieren, sofern man nicht definitiv weiß, welche zulässigen Verformungen das Tragwerk bzw. Bauwerk aufnehmen kann.